Sonntag, 29. April 2012

Ganz schoen angeschmiert.....


Hier ein Foto von mir wo ich neugierig beaeuge was unser derzeitiger Helfer mit diesem stinkigen Zeug machen will. Aber eigentlich riecht es auch wieder gut und macht mich ganz nervoes.

Aha, die Boxen sollen desinfiziert werden, damit sie unseren schoenen Geruch verlieren.
Aber das will ich doch garnicht. Lautstark verkuende ich das diese Prozedur nicht noetig ist.
Ich versuche hinter dem Helfer in die Box zu springen um es zu verhindern.
Da schlaegt der mir doch die Tuer vor der Nase zu.
Ha, ich kann sie aber mit meinem Kopf wieder aufmachen, das weiss der noch nicht.
Nun nimmt der doch den Besen und drueckt mich wieder nach draussen.
Der hat Glueck das ich so gutmuetig bin. Mein Vater Jero haette ihm sicher die Floetentoene beigebracht. Ich habe aber von Frauchen gelernt das der Kluegere nachgibt.
Es wird auch bestimmt nicht lange dauern bis alles wieder so riecht wie vorher.
Meine beiden Soehne   Whisky und Blacky schauen eher gelassen was da passiert. Sie haben die etwas ruhigere Art der Buren Ziegen geerbt und zeigen mir nur ab und zu das sie genau so kraeftig sind wie ich.

Ansonsten sind wir mal wieder ganz schoen beschissen  worden. Keiner von uns durfte  in der letzten Zeit ein Maedel bespringen. Frauchen will nicht mehr viel zuechten. Ich glaube sie scheut die viele Arbeit und hat immer Angst eines Tages wieder ohne Helfer zu sein. Ausserdem ist der Ziegenverkauf stark zurueck gegangen und uns als Fleisch verkaufen will sie nicht.
Gott sei Dank !!!!

Trotz aller Vorsichtsmassnahmen gelingt es meinen Maedels immer mal wieder sich bespringen zu lassen. Wann, wie und von wem weiss keiner. Ich weiss mit Sicherheit das ich es nicht war, keiner von uns. Ganz schoener Mist.

Das ist der Nachteil wenn meine Herde frei wandern darf. Da hat sicher ein irgendwo ausgebundener Bock in meinem Revier gewildert. Diese heissen Pflaumen finden schon was sie brauchen und sei es noch so weit weg.
Da hoere ich doch Frauchen vor einiger Zeit sagen : " Ich weiss nicht die Emma wird so dick und die Milchleistung ist enorm zureuck gegangen". Wollen wir mal aufhoeren sie zu melken.

Gerade noch rechtzeitig zwei Wochen spaeter hat sie schon gelammt.
Sie hat sich den Tag ausgesucht als Frauchen in Trinidad war. Mit viel Glueck kam Emma am Abend nach Hause und hat in ihrer Box das Kleine ohne Probleme alleine bekommen.
Trotz allem war es ein  Dilemma und wir sind alle traurig. Die Kleine kam ohne Augen zur Welt. Wir haben doch schon Blindi die mittlerweile mehr als 10 Jahre alt ist und auch ohne Augen geboren wurde.
Wie kann so etwas passieren ?
Frauchen glaubt nicht an einen genetischen Defekt. Sie schreibt es eher dem Wurmmittel zu. Sie achtet immer darauf einen Entwurmer zu kaufen den man auch in der Schwangerschaft anwenden kann. Auf diesem Mittel stand aber nichts drauf und wir wussten ja auch nicht das Emma schwanger ist. In den ersten sechs Wochen der Schwangerschft sollte man keinen Entwurmer anwenden.
Naja, es ist nun mal passiert und da die Kleine eine Tochter unserer besten Milchziege ist darf sie auch leben. Sie hat sich praechtig entwickelt, ist eine ganz Suesse, schon vier Wochen alt und kraeftig.
Frauchen sagt:  "In unseren Toepfen werden keine Ziegen gebraten".

Etwas nettes gibt es noch zu berichten. Unser Hinweisschild zur Farm an der Strasse war ganz schoen verwittert. Keiner hat Zeit sich um solche Sachen zu kuemmern. Im Moment haben wir einen sehr talentierten Menschen hier. Leider nur fuer drei Wochen. Derselbe der mich aus meiner Box verbannt hat.

In muehevoller Kleinarbeit hat er das  handgeschnitzte Holzschild restauriert und neu angemalt. Frauchen wollte es in den Farben haben die auch auf unserem Emblem zu sehen sind und somit ist es papageiengruen geworden.Trotz allem kann man es aber noch sehr gut zwischen dem Gruen der Natur sehen.
Wir alle finden es  grossartig.
Nun bastelt er noch an einem Aktionsschild das anzeigen soll was man bei uns kaufen kann.
Dieser nette, fleissige und handwerklich begabte Mensch kam gerade rechtzeitig um Frauchen wieder den Glauben an die Menschlichkeit zurueck zu geben. Von dem letzten Helfer aus Deutschland mussten wir uns leider wieder sehr schnell trennen.
 Er hatte es selbst gemerkt das er sich nicht verhalten hat wie man es sollte und ist nach fuenf Wochen abgreist. Seine Geschichte erzaehle ich in meinem naechsten Bericht.
Ich wuensche Euch einen schoenen warmen Sommer in Europa und uns eine nicht so nasse Regenzeit ohne schlimme Stuerme  hier in der Karibik...

Euer Till
© J. Patience


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