Samstag, 2. April 2011

gut das Frauchen schon mal Hilfe hat...............






Auf dem Bild bin ich mit meinem Frauchen, die mich zum fotografieren festhalten will. Ich will aber schmusen, meinen Kopf an ihr reiben. Den Strick mag ich ueberhaupt nicht. Sie muss sich ganz schoen anstrengen mich zu halten. Mal sehen ob ich es das naechste mal besser mache.





In all den Jahren hatten wir schon einige Helfer die uns versorgen sollten. Seit es mich hier gibt mindestens vier verschiedene. Frauchen klagt mir ihr Leid so oft. Sie hat mir erzaehlt das in den ersten Jahren zu wenig Geld da war und sie niemand bezahlen konnte. Als das Geschaeft endlich Geld einbrachte hat sie vergeblich gesucht und niemanden gefunden. Alles musste sie alleine machen und bekam nur ab und an Hilfe aus dem Ausland.

So sah ihr Tagesablauf aus als sie alleine war.



Frueh am Morgen ca. 6.oo Uhr mit dem Auto los und Futter fuer uns, die Boecke, besorgen. In der Trockenzeit ist das ein grosses Problem. Oft musste sie weit fahren um noch etwas zu finden. Nur ihr haben wir es zu verdanken das wir im letzten Jahr, in der schlimmsten Trockenzeit seit vielen Jahren, nicht verhungert sind. Die damalige Hilfe, in dem Falle eine Frau, war nicht in der Lage diese Arbeit zu machen. Nur halb so alt wie Frauchen, mit riesen Bruesten, konnte sie sich einfach nicht schnell genug bewegen. Nur einmal fuhr sie mit zum Gras schneiden. Danach hat Frauchen sie zu Hause gelassen, weil sie alleine schneller war.

Oft musste das Gras oder die Gliricydia Stoecke weit getragen werden, weil man mit dem Auto  nicht nahe genug an die Flaechen kommt wo es waechst. Die Gras Saecke balancierte sie auf dem Kopf da sonst die Arme lahm werden.
Danach schnell duschen, umziehen und ab zum melken. Vorher aber noch uns Jungs rauslassen zu  unserer Morgengymnastik und unsere Boxen sauber machen waehrend wir draussen sind. Das Gras in mundgerechte Stuecke schneiden und an uns verfuettern denn wir haben morgens den groessten Hunger.
Die Maedels melken, die Milch filtern und kuehl stellen. In der Zwischenzeit ist es ca. 9.30 und die Ziegenladys werden ins Feld geschickt.
Nun muessen die Boxen der Maedels gereinigt werden. Mit dem Besen ausfegen und Festgetretenes mit der Spachtel abkratzen. Alle drei Tage wird der Mist darunter rausgeschoben und auf den Misthaufen gefahren.
Dieser Mist ist ein beliebtes Duengemittel und wir haben schon viele Kunden die ihn kaufen. Frauchen sagt, das dies der einzige Scheiss ist den sie verkauft.
Ist der Mist abgefahren werden die Boxen ausgewaschen und die Flaechen darunter gruendlich abgespritzt, damit es wieder gut riecht. Die Wassereimer werden ausgeschuettet, von Algen befreit und wieder aufgefuellt. Die Futtertroege ausgekratzt, weil die Huehner gerne darin schaben und wo sie schaben da kacken sie auch.

Das Ganze sollte in 2 Stunden erledigt sein, aber natuerlich brauchen unsere Helfer viel laenger. Sind sie mal schneller ist es bestimmt nicht richtig sauber.
Wenn sie an einem Tag auch noch Kaese machen musste, rannte sie zwischendurch immer wieder in die Milchkueche und macht den Kaese im Wechsel mit der anderen Arbeit.
Sind junge Ziegen da, muessen diese extra versorgt werden, da die Kleinen nicht mit den Muettern raus gehen, das ware zu gefaehrlich. Es gibt zu viele Hunde die tagsueber und auch nachts streunen und grossen Schaden anrichten.
Vor vier Jahren haben sie unsere Cleo angefriffen und so stark gebissen das man ihr ein Bein amputieren musste. Nun humpelt  Cleo auf dreieinhalb Beinen durchs Leben.
Waehrend der Mittagszeit hatte Frauchen dann Zeit Besorgungen zu machen oder ganz schnell etwas auszuliefern.
Essen musste sie schnell zwischendurch und sehr oft gab es einfach nur einen Ziegenmilchdrink mit Peanutbutter und braunem Zucker, lecker und saettigend.
Gegen 3 Uhr musste Frauchen wieder zurueck sein um uns Boecke noch einmal mit Greunem zu versorgen und das Futter fuer die Nachtfuetterung, wieder Gras oder Gliricydia, bereit zu stellen.
Nun trudeln auch die Ziegenladys langsam wieder ein und gehen in ihre Boxen. Meist machen sie es ganz gut und man muss nur noch die Tueren verriegeln.
Die Huehner wurden am Morgen aus dem Stall gelassen und vor unserer Fuetterung mit Kraftfutter muessen diese wieder in ihr Huehnerhaus. Mit Futter angelockt geht das aber ganz schnell.
Um 5.oo Uhr ist das erledigt und wenn ein Helfer da ist hat der jetzt Feierabend. Nur fuer Frauchen geht es noch weiter. Sie macht noch die Abendfuetterung und sagt danach immer Gute Nacht zu uns allen.

Nicht zu vergessen, sie muss auch noch die anderen Tiere versorgen. Hunde und Katzen wurden schon am Morgen als erstes gefuettert, bevor sie ihr Fruehstueck verzehrte.  Am Abend bekommen diese noch einmal etwas Trockenfutter. Wieder die Tiere zuerst und dann sie selbst. Mir hat sie erklaert, das wir Tiere uns das ja nicht selbst ausgesucht haben hier auf der Farm zu sein. Sie hat uns zu Haus & Hoftieren gemacht, also muss sie uns auch bestens versorgen weil wir es selbst nicht koennen. Ein starkes Verantwortungsgefuehl  hat diese Regel aufgestellt.

           Erst das Tier, oder auch ein Mensch der sich nicht selbst helfen kann und dann man selbst !!!!!!

Hauskater Punky
Kommt sie am Abend nach oben ist die Arbeit immer noch nicht zu Ende. Hunde & Katzenfutter fuer die Morgenfuetterung muss gekocht werden und schlieslich und endlich muss sie  auch ab und an mal etwas fuer sich selbst kochen.  Ist das nicht ein arbeitsreiches Leben ?
Gott sei Dank ist in der Regel jetzt ein Helfer da und Frauchen hat es nicht mehr so schwer. Die koerperliche Arbeit macht nun der Helfer. Trotz allem kommt es immer wieder vor das so eine Hilfe unangekuendigt schnell abhaut.
Wie im letzten Jahr die weibliche dickbusige Helferin. An ihrem freien Tag hat sie ihre Sachen gepackt und zu Frauchen gesagt, so ich bin nun weg den Schluessel habe ich vorne auf den Tisch gelegt. Frauchen ist aus allen Wolken gefallen denn eigentlich war nichts passiert was diesen Abgang gerechtfertigt haette.
 
                                        So sind sie nun mal die Menschen in der Karibik !!!!

Sonntag, 27. Februar 2011

was wir brauchen um gesund & stark zu werden und was wir gerne moegen.......

Glueckliche Maedels, sie koennen wandern und sich ihr Futter selber suchen.
Wie ich bereits vor einiger Zeit geschrieben habe koennen wir Jungs nicht mit unseren Maedels mitlaufen.                                                  Koennen schon, nur wir duerfen nicht.
Es hat lange gedauert bis ich das verstanden habe. Meine beiden Soehne und die anderen Kumpels haben es noch nicht kapiert. Erst mit dem Alter kommt die Weisheit !

Ich werde in diesem Juni bereits 5 Jahre alt. Ein anderer Besitzer hier auf der Insel haette mich jetzt schon auf dem Kieker und einen Termin mit dem Schlachter gemacht. Nicht so mein Frauchen!
Wie gesagt, ich habe  verstanden warum wir nicht auf Futtersuche gehen koennen.

Ein Bock der mit den Maedels unterwegs ist bringt  grosse Unruhe in die Herde. Staendig will er irgend eine bespringen. Die jungen Boecke sind da ganz schlimm.
Die Maedels  werden staendig heiss, mansches mal vergehen kaum drei Wochen und der Tanz geht von vorne los. Die Weiber koennen  auch ganz schoen miteinander zanken wenn sie heiss sind und haben sich dabei schnell verlezt.
Wir wollen hier auf der Farm auch keine Inzucht betreiben. Kluge Leute nennen das Linienzucht.
Aber auch dabei gilt es Regeln  einzuhalten um nicht das Gegenteil von dem zu erreichen was man erreichen wollte.
Bei unserem tropischem Klima werden unsere Maedels das ganze Jahr ueber heiss und das auch schon wenn sie noch sehr jung sind. Es gibt hier keine bestimmte Brunstzeit wie in kaelteren Regionen.
Frauchen will aber bestimmen wann und wie viele Ziegen trachtig werden duerfen.
Sie braucht auch mehr Milch zur Haupsaison, die ist von Dezember bis  ca. April des folgenden Jahres.

Da wir Jungens auch keine Weide haben muss unser Futter angekarrt werden.
Ich kann Euch sagen das hat fuer uns auch sein Vorteile. Bei Wind und Wetter muessen die Maedels marschieren. Gerade in den letzten Wochen ist das Wetter eher bescheiden um nicht zu sagen beschissen. Wir haben eigentlich Trockenzeit aber es regnet und regnet und regnet. Da geht es den ganzen Tag raus aus den Boxen und wieder rein in die Boxen.
Wir Jungens sitzen im Trockenen und warten das man uns das Fressen serviert.

Das passiert auch immer ganz puenktlich. Morgens nach unseren Rundgaengen, Frauchen nennt das Bewegungsauslauf,  ist schon das erste Futter in den Troegen parat. Gegen Mittag gibt es eine naechste Ration und am spaeten Nachmittag bekommen wir unser Kraftfutter. Danach gibt es gleich die Abendfuetterung die uns gesaettigt durch die Nacht bringt.
Wenn wir viel Glueck haben und Frauchen Kaese gemacht hat bekommen wir am naechsten Tag die Molke.
Sie wird uns in Schuesseln einzeln gereicht weil jeder so verreuckt darauf ist und sicher den ganzen Eimer leer saufen wuerde.
Die Auswahl an Rauhfutter ist zwar nicht zu riesig aber dafuer schmeckt und riecht es immer anders, mal sehr gut, mal weniger gut, je nachdem wo es geerntet wurde.
Frauchen hat da so ihre Stellen und weiss wo  das beste Gliricidia und das am besten duftende Elefanten Gras waechst.
Eine riesen Schubkarre  ist bei jeder Mahlzeit fuer uns faellig und wir gehoeren sicher zu den gluecklichen Ziegen die taeglich mehr als 3 % ihres Koerpergewichts an Rauhfutter bekommen.
                                                             HURRA, HURRA....
Wir konnten in all den Jahren leider auf unserer Farm nichts anpflanzen weil Frauchen oft  alleine war. Auch mit einem Helfer ist das nicht zu schaffen. Der hat genug damit zu tun unsere Boxenanlage sauber zu halten und schafft taeglich nebenbei nur noch kleine Arbeiten.
Naja die Leute hier auf der Insel sind auch nicht die schnellsten bei der Arbeit. Da ist keine Zeit mehr fuer Anpflanzungen.
Schade denn nun muss man oft schon weit fahren. Andere Farmer sammeln  auch  Futter und der eine klaut es dem anderen weg.
Zu allem Ueberdruss kommen  uns die Landerschliesungsbagger immer naeher. Darueber erzaehle ich aber ein anderes mal.
Nun noch etwas zum Gliricidia. Frauchen hat mir versprochen das sie es kopieren und hier reinsetzen will damit ich nicht so viel schreiben muss.
Mir ist nur wichtig genug davon zu bekommen. Am liebsten mag ich es wenn die Blaetter schoen dunkelgruen sind und die Staemme leicht braun werden. Zu jung schmeckt es uns nicht, das veruracht Durchfall oder zumindest duennen Stuhlgang. Zu alt mit dunkelbraunen Stengeln ist es auch nicht gut. Es hat dann meist schon mal geblueht und die Inhaltsstoffe veraendern sich. Wir wollen  natuerlich Gliricidia mit viel Eiweiss weil uns das gut tut und wir das brauchen. Am schoensten ist es die Staengel zu schaelen. Ich knabbere am Ende an und ziehe ganze Fetzen ab die Blaetter hat man dann gleich mit abgezogen.

Gliricidia sepium, Gliricidia maculata
Gliricidia, Mataraton, Madre de cacao

Useful reference 558

Gliricidia sepium (Jacq.) Steud. (Syn. Gliricidia maculata H.B.K.) is a fast-growing, tropical, leguminous tree up to 10-15 m. high. It is one of the commonest and best-known multpurpose trees in many parts of Central America, where it probably originated, but it has also spread to West Africa, the West Indies, southern Asia and the tropical Americas. (28 provenances have been collected from Central America by the Oxford Forestry Institute and are being tested worldwide.)

Used for timber, firewood, medicinal purposes, charcoal, living fences, plantation shade and green manure, it has good potential as fodder for livestock.

The plant grows best in warm, wet conditions with optimal temperatures of 22-30 C and rainfall 800-2300mm. It flourishes on fertile soils but has also been observed to grow well on acidic soils and those with a high clay content. It is easily established from cuttings or seed, although seed-establishment is recommended when used in situ because of deeper rooting.

Gliricidia may be harvested at 3 month intervals to maximize foliage yield. Reported yields are 14.9 tonnes green foliage/ha/yr (6.6 tonnes DM) over 5 years (30.2 tonnes fresh/ 11.9t DM in the first year) but in a trial of different provenances in Colombia (562), 53-98 tonnes/ha/yr of biomass was obtained, corresponding to 15-25 tonnes DM/ha/yr. Leaf represented 53-63% of edible biomass. Total yield of crude protein was up to 4.7 tonnes/ha/yr.

Available data indicate that Gliricidia is rich in protein (23% CP) and calcium (1.2%), two nutrients found at only low levels in

non-leguminous tropical forages. Its high fibre content (45% NDF) makes it a good roughage source for ruminants. The plant contains sufficiently high levels of most minerals (except phosphorus and copper) to meet tropical livestock requirements and it would therefore make an excellent feed during the dry season.

Nutrient content varies with age, season and physiological state (before and after flowering). In leaves of older plants (after flowering), protein and calcium decline whereas fibre, phosphorus and other minerals increase.

Digestibility of DM is moderately high (c. 60%) and it should improve the digestibility of poor quality feeds when used as a supplement. Rumen (nylon-bag) degradability of Gliricidia is high (62% DM and 19% N in 24 hours cp. to 49% and 7% for Leucaena).

ANTINUTRITIONAL FACTORS

Some potentially toxic substances have been found in Gliricidia. HCN content has been reported up to 4mg/kg and cyanogens may be present. High levels of nitrates (during the rainy season) are suspected of causing `cattle fall syndrome' in Colombia but levels declined to negligible in winter. Gliricidia may be a `nitrate accumulator'. Unidentified alkaloids and tannins have also been reported.

However, evidence of toxicity under practical feeding conditions has been rare. The balance of evidence suggests that the plant could be toxic to non-ruminants but conclusive evidence of toxicity to ruminants under normal feeding is lacking.

USES

Gliricidia is most likely to be used as a green fodder/protein supplement to low-quality tropical forages and by-products for cattle, sheep and goats. It may be used as the sole feed in the dry season. There is some localised evidence of poor palatability and reduced intake of basal diet (there is some suggestion that a period of adjustment may be required) but substitution of Gliricidia for grass, rice straw/rice polishings, cocoa-pods and bagasse/molasses/ rice-polishing/poultry manure diets to weaner lambs, goats, growing heifers and growing bulls have produced the same or improved growth performance. Normal feeding levels have been 1-3% of body weight (i.e. 3-9kg/day fresh to 300kg cattle) although goats have been fed solely on Gliricidia.

In one trial, ewes have produced a higher lamb crop, better lamb weights and had reduced ewe weight loss. In another, lambing results were poorer - attributable to lower feed intake.

The few results with milk cows and buffaloes showed similar or slightly increased milk yield and milk fat yield.

Laying chickens have been fed 4.5% sun-cured Gliricidia in diets and gave good egg production, egg weight and yolk colour. It has been found that diets containing up to 10% Gliricidia can be fed to growing chicks without affecting performance and survival. At 15%, intake, f.c.e. and growth were reduced and haemoconcentration, fatty liver and coagulation necrosis lesions were observed.


So sieht es aus wenn den kleineren Jungs das Futter,
in diesem Fall Elephant Gras, serviert wird. In mundgerechte Stuecke geschnitten, damit nicht so viel verschwendet wird. Wir Ziegen sind die greossten Futterverschwender. Was einmal auf dem Boden lag essen wir auch nicht mehr.

So stuerzen sich die kleinen auf  die Treoge. Oft sind die Vorderbeine mit in den Poetten. Ziegen buecken sich nicht gerne. Ein Stueck Holz vor den Trog gelegt hilft eventuell das sie das nicht tun.


So haengt uns Frauchen das Gliricidia an den Zaun oder an ein Eisengestell.
Am schoensten ist wenn wir zum Schluss die Rinde auch noch von den Stengeln abnagen koennen.
Wenn unser Futter alle ist nagen wir dann auch noch die frisch gesetzten Pfosten des Gliricidias an die den Zaun halten sollen.
Damit haben wir Frauchen letzte Woche ganz schoen wuetend gemacht.
Nun hat sie sich etwas Neues ausgedacht. Den alten Zaun hat der Helfer von innen gegen die Pfosten genagelt. Wir schaffen es aber immer noch die Pfosten durch die Zaunluecken ab zu schaelen.
Vor uns ist halt nichts sicher.
Frauchen hat gelernt das sie uns auch mit Aesten und Zweigen versorgen muss damit wir etwas zu tun haben.
 Das ist unser neuer Weg von den Boxen der Maedels zu unsrer Anlage. Wir brauchen nun nicht mehr durch den Matsch zu gehen. Fuer einige von uns ein grosses Problem, nasse Fuesse bekommen wir nicht gerne.

Dienstag, 25. Januar 2011

von schrecklichen Nachbarn und viel Muell & Gift um uns herum...

Heute will ich mal berichten was ich mir schon seit Beginn meines Lebens aus der Ferne anschaue.
Was ich nicht sehen kann erzaehlt mir Frauchen in einer Musestunde. Ich nenne sie immer Schmusestunde.
Abends nach dem letzten Fuettern wenn es schon dunkel wird, stellt sie sich noch neben meine Box und verabreicht mir meine Streicheleinheiten. Zwischen den Hoernern kraulen, um die Augen streicheln, die mache ich natuerlich dabei ganz geniesserich zu. Eine Massage den Ruecken der Wirbelsaeule entlang , was mich die Beine strecken und den Ruecken durch druecken laesst. Ach was tut das gut !
Leider ist es keine volle Stunde denn Frauchen ist hungrig und muss fuer sich kochen oder auch noch abends Ware ausliefern fahren.
Schon in einer meiner ersten Geschichten habe ich davon gesprochen das Frauchen ja eigentlich einen Ehemann hat. Der ist aber schon vor mehr als neun Jahren von heute auf morgen ausgezogen und hat sie einfach im fremden Land, ohne eine Einkommensquelle, alleine gelassen. Sie lebt nun seit dieser Zeit auf dem Estate und musste irgendwie  Geld machen. Zurueck nach D.Land konnte sie auch nicht, war doch ihr ganzes Geld fuer den Bau des grossen Hauses  verwendet worden.
Mit den wenigen  Ziegen hat sie gezuechtet und heute sorgen ich und alle mein Maedels  fuer ein Einkommen.

Damals war ich noch nicht auf der Welt, deshalb schreibt Frauchen in einem anderen Blog selbst genaueres darueber.                       http://www.orangehillnatureranch-goatlady.blogspot.com
 
Was ich aber wohl sehr genau miterlebt habe ist folgendes.  Vor ca 4 Jahren kam dann dieser besagte Ehemann an einem Feiertag auf das Gelaende gestuermt mit Tochter, deren Freund und einem kleinen Baby und hat diese auf der Farm untergebracht..
Wie gesagt sie hat in all den Jahren alleine hier gelebt, um ihre Existenz gekaempft, das Geschaeft aufgebaut und oftmals alles ohne Hilfe gemacht. Fuer Angestellte hatte sie kein Geld denn das Geschaeft war erst winzig und brachte kaum Einnahmen. Mit zwei Haenden und zwei Fuessen kann man auch nicht viel erwirtschaften.
Ab und an kamen mal Helfer aus Europa und sie hatte zwischendurch  Hilfe. In einer Geschichte vorher habe ich schon erzaehlt dass auch das nicht immer einfach ist.
Fuer diese Helfer und auch spaeter fuer den ersten Angestellten musste sie eine Unterkunft haben. Nach Jahren machte sie endlich genug Umsatz und konnte eine Hilfskraft bezahlen.
Unser hier produzierter Fetakaese wurde bekannt und auch mit der Ziegenzucht konnte sie nun etwas mehr Geld machen.
Das Cottage damals
Als Wohnstaette diente ein Cottage, das mit ihrem Geld bei Ankunft renoviert wurde und zuerst ihr neues Zuhause auf der Insel war.
Nun kam dieser Feigling von einem Ehemann und schmiss einfach Ihren Helfer aus dem Cottage.
Ich habe alles gesehen und gehoert mit welch einer Brutalitaet der Kerl vorging. Setzte seine Tochter mit diesem Freund in das Haus und das sind nun die schrecklichen Nachbarn.
Diese Aktion hat er gestartet weil Frauchen bei einem Anwalt war und endlich klar Schiff machen wollte.
Cottage damals von innen
Er bekam  Angst  das Land zu verlieren und ausserdem hatte er, mit diesem seinem tollen "Schwiegersohn" jemanden gefunden, der seine Frau                                                                                       hier weg ekeln koennte.
Cottage heute

Das hat der Miesling, der uebrigens fast so alt ist wie Frauchen(60),  auch tatkraeftig versucht und versucht es noch heute.
Die Tochter des Ehemannes hat er schon vor Jahren mit 18 geschwaengert.

Ich will nicht die einzelnen Vorgaenge erzaehlen, es wuerde Seiten fuellen. Wer will das schon alles lesen.
Wir hatten mehrmals die Polizei hier, weil auch dieser Mensch, genau wie Frauchens Ehemann, nur mit Brutalitaet seine Ideen durchsetzen kann und will.
Frauchen schaemt sich mit solchen Leuten zusammen wohnen zu muessen.
Um das Cottage heute

Sie kann kaum mehr Kunden auf das Gelaende kommen lassen. Jeder wird von dem Nachbarn angequatscht und belaestigt. Er redet mit wildfremden Menschen und zieht dabei Frauchen durch den Schmutz.
Zu allem kommt noch das sie um das Cottage ihren ganzen Sperrmuell abladen. Hausmuell wird auch nicht richtig entsorgt und fliegt durch den Garten. Das Cottage sieht verwahrlost aus und sauber gemacht wird ueberhaupt nicht.
In dem kleinen Haus sind noch Frauchens Moebel die sie schon vor ihrer Ehe mit besagtem Herrn hatte. Gut das man hier keine Heizung braucht, sonst haetten sie schon die antiken  Moebel zum heizen                                                                                            benutzt.
Frauchens antike Moebel im Cottage

Cottage von innen heute

Denn einer geregelten Arbeit geht dieser Faulenzer auch nicht nach. Was er regelmaessig macht ist sein Gras rauchen und hat sich damit schon viele seiner Gehirnzellen abgetoetet. Bis zu meinem Stall kann ich es riechen und Frauchen schimpft wenn es in ihrer Milchkueche nach Marihuana stinkt.
Also, alles in allem ein ganz unangenehmer Zeitgenosse und ich kann Frauchen nicht helfen.
Ohne maennliche Verstaerkung ist sie ganz diesem Idioten ausgeliefert und der benimmt sich als wuerde ihm alles gehoeren.
Seine neueste Idee ist sich das Land um uns herum zu eigen zu machen. Frauchen wird behandelt als haette sie keine Rechte, obwohl sie mit diesem Stinkstiefel von Ehemann ganz legal ( noch immer ) verheiratet ist.
Auch dieser meint ihr stehe ueberhaupt nichts zu und sie solle doch jetzt mal einfach verschwinden, sie war ja lange genug hier.
Ich habe persoenlich gehoert wie er ( der Stinkstiefel ) Frauchen beschimpfte und sagte -sie gehoere in ein tiefes Loch-. Das passierte bei einer Begehung des Grund und Bodens durch die Anwaelte, weil man dachte es konnte eine aussergerichtliche Einigung geben.
Sogar die Anwaelte haben gehoert wie er Frauchen, sie war ganz still, uebel beschimpfte.Ich war genau hinter ihm in meiner Box und habe gut zugehoert.
Damit war der Einigungsversuch gescheitert.

Nun zurueck zu dem Marihuana rauchenden Faulenzer und dem was er uns Ziegen antut.
Irgend jemand muss ihm eingegeben haben das man mit Landwirtschaft  einfach Geld machen kann.
Er hat zuerst tausende Tomatenpflanzen gesaet. Man beachte die Reihenfolge. Die will er wohl auf unseren Weiden oder Wandergaengen einpflanzen. Dazu hat er eine riesen Flaeche erst einmal mit Gift besprueht.
Die Weiden sind naemlich keine Wiesen sondern,  mit fuer Ziegen geeignetem Buschwerk bewachsen.
Hier der Link worin ueber dieses Gift ausfuehrlich gesprochen wird.
                                           http://www.responsibletechnology.org/                                
Kurz gesagt die Abbaustoffe des Giftes wirken nachhaltig schlimmer als das Gift selber.
Die gespruehte Flaeche ist zudem noch nicht einmal fuer die Bepflanzung von Tomaten geeignet. Weiterhin gehen meine Maedels  auch schon mal diese Route und werden sich sicher ueber eventuell wachsende Gruenpflanzen freuen.
                                    DER WILL UNS WOHL VERGIFTEN !!!
Frauchen weiss nicht was sie machen soll. Einzaeunen ist viel zu teuer. Wir wissen doch nicht ob wir ueberhaupt hier bleiben koennen.
Mit solch einem Nachbarn ist das Leben hier die wahre Hoelle und Stueck fuer Stueck geht Frauchens und unsere  Lebensqualitaet zum Teufel.
Taeglich redet Frauchen darueber das sie solch ein gewissenloses Verhalten ueberhaupt nicht verstehen kann.
Weder das Verhalten des Ehemannes noch das Verhalten dieses Tomatenpflanzers und Unratsammlers.
Der Unratsammler in Unterhose mit seinem Sperrmuell auf dem Tomaten eingesaet sind
 
                      Gott sei Dank hat sie uns und wir versuchen alles damit sie auch noch lachen kann.

Hier noch einige Bilder von dem Elend auf der Farm.

Cottage von vorne

Von der Seite Eingang zur Kueche

Von der Seite mit angebautem Waschraum

Von der Seite mit Sperrmuell und Tomatenzucht

Blick in den Waschraum .

Von hinten  zu sehen, den Genuss es taeglich zu sehen habe ich.

Hier noch einige Bilder von der Zerstoerungswut des Stinkstiefels. kein Mensch weiss warum er das gemacht hat. Man kann nur sagen. Das Gehirn ist schon geschrumpft vom vielen Gras rauchen.

Riesen Wolfsmilchgewaechs sinnlos zerstoert

hat Frauchen vor 12 Jahren angepflanzt. War es ihm ein Dorn im Auge ?   
Natuerlich bleibt alles so da liegen.

Montag, 17. Januar 2011

da wird doch der Hund in der Pfanne verrueckt....

Heute hat mir Frauchen mal wieder ihr Leid geklagt. Ich hatte aber schon vorher gehoert wie sie geschimpft hat. Da wir auf einer kleinen Insel  leben wo so gut wie nicht produziert wird,  muss natuerlich alles von der grossen Schwesterninsel Trinidad heruebergeschafft werden. Wie auch immer mit Flugzeug oder Schiff.
Das ist unser Haus, Manu & der kleine Pepsi
Das dazu eine ausgefeilte Logistik gehoert ist eigentlich klar.

Wenn man aber weiss das keiner auf den Inseln seinen Job richtig macht rechnet man schon mit allem moeglichen.
Wundert sich nicht mehr das oft Regale in den Geschaeften leer oder mit anderem Kram gefuellt sind, der dort sonst nicht steht.
Das es Lieblingsgemuese monatelang nicht gibt. Mansche Artikel  die man ganz  ueberrascht entdeckt und sich freut endlich diese hier zu bekommen, ganz schnell auch wieder verschwinden und niemals mehr auftauchen. Man wird mit der Zeit bescheiden und freut sich ueber Kleinigkeiten, gewoehnt sich daran  auf Luxusartikel ohne Traenen in den Augen verzichten zu muessen.


Muss man aber dafuer sorgen das ein Geschaeft richtig laeuft und auch Geld herein kommt wird es schwieriger.
Rohmaterial, Verpackung, Etiketten, Barcodes  und vieles mehr sollte ausreichend auf Lager sein. Oft nuetzt es aber nichts rechtzeitig zu bestellen.
Darum ging es heute. Frauchen hat schon vor Wochen Trockenmilch bestellt und noch immer ist nichts gekommen. Den Repraesentanten dieser Firma kann sie nur per Mobiltelefon erreichen. Zum telefonieren muss sie jedes mal zum Eingangstor laufen weil das Signal im Gebaeude der Zuckerfabrik und auf dem restlichen Gelaende nicht ankommt.
Bei jedem Telefonat in den letzten Wochen wurde ihr eine andere Geschichte erzaehlt. Der Lastwagen ist nicht gefahren weil das Geschaeft slow ist, naechste Woche aber garantiert. Die Rechnung ist bereits geschrieben, am Donnertag oder Freitag kommt die Ware. Wieder nichts. Heute dann, hm ich werde nachforschen  wo die Milch ist, rufe in 10 Min. zurueck. Hat er natuerlich nicht getan.
Genug fuer Frauchen aus der Haut zu fahren. Wieder  musste sie sich beim naechsten Anruf  eine bloede Geschichte anhoeren. Fazit, die Milch ist immer noch nicht da. Es kann kein Joghurt gemacht werden und wir verlieren Geld !!!!
Das war nun die Geschichte eines Artikels und es geht mit fast allen Bestellungen so.
Es wird grundsaetzlich nie zurueck gerufen egal  um welche Verkaufsumme es sich handelt. Die wollen hier nichts verdienen und es klappt auch sonst ueberhaupt nichts !

Meine grosse Schwester Lili



Frauchen sagt immer, sie wundere sich das wir Strom,Wasser und Telefon haben.  Aber auch          da gibt es genug Ausfaelle.


     HURRA WIR LEBEN IM PARADIES !!!!!
Aron melkt Nancy

Ich glaube wenn ich mit meinen Maedels und die anderen Kumpels nicht auf der Welt waeren und Frauchen uns nicht so lieben wuerde, haette sie schon das Handtuch geworfen.
Sie sagt uns ganz oft, sie wuesste nicht was sie ohne uns tun wuerde. Die Arbeit mit und fuer uns macht ihr Freude und nichts ist ihr zuviel.
Tobago ist eine wunderschoene Insel mit ueppigem Gruen, wenn nicht gerade Trockenzeit ist. Nur die Menschen auf der Insel bringen alles aus dem Gleichgewicht.
Aber das ist eine andere Geschichte die ich demnaechst erzaehlen werde. Bis bald.

 Euer Till

Samstag, 25. Dezember 2010

das ist doch kein richtiges Weihnachtsfest.......

Mein Frauchen hat mir von Weihnachten in ihrer Heimat erzaehlt.
Nun so etwas gibt es hier nicht.
Ich hoere nun seit Tagen diese Knallerei, so etwas wie Kanonenschuesse. Wir sind dann alle ganz erschrocken und starren in die dunkle Nacht. Es wird doch hoffentlich nicht auf Menschen geschossen ?

Heute morgen hat mir Frauchen dann erklaert was es mit diesen Explosionen auf sich hat.
Sie nennen es 'bursting the Bamboo". die von  innen hohlen Bambusrohre werden mit irgendwelchen Zuendstoffen, Kerosin und einem Material das brennt gefuellt und dann angezeundet.
                                           Na Grossartig !!!
Dazu noch  ganz schoen gefaehrlich. Es gibt sehr oft Verletzungen. Warum finden die Menschen diese dumme Ballerei nur so schoen ?
Fuer mich hat dieses Weihnachten viel mit Karneval zu tun.  Es ist einfach alles nur laut und mit  Krach verbunden. Schoene besinnliche Weihnachtsmusik wie Frauchen sie manschmal anhoert, gibt es so gut wie ueberhaupt nicht. Hier schallt uns eine Musik in den Ohren die sie "Parang" nennen.
Einfache Melodien und Texte in spanisch  die sich bis zum Erbrechen wiederholen. Die koennen kein Ende finden.
Frauchen sagt immer das schoenste an den Musikstuecken ist das Ende und wenn`s am schoensten ist soll man ganz aufhoeren.
Die  Bands spielen ihre Musik meist  live. Maenner an den Instrumenten wie Gitarre und andere kleine Saiteninstrumente und die Frauen in bunten Kostuemen wiegen ihre Koerper immer von rechts nach links und zurueck.
Stunden lang das Gleiche. Schade das die keine Knoepfe zum abschalten an sich haben.

Es ist zwar alles schnell vorbei aber dann geht es mit riesen Schritten auf Kaneval zu und wir werden mit neuem Krach geplagt.
Von Scarborough, eigentlich viele Kilometer weit weg, traegt der Wind uns alles zu.
Mehr davon wenn es so weit ist.

Dieses Weihnachtenfest verbringt Frauchen ganz alleine. Dabei hatte sie so schoene Plaene.
Mir hat sie erzaehlt sie wuerde sich sogar einen Weihnachtsbaum aufstellen. Seit langem mal wieder. Obwohl diese kuenstlichen Dinger nie so schoen aussehen.
Stollen wollte sie backen wie im letzten Jahr und hat sich schon auf den Besuch des naechsten Gastes gefreut.

Die Schneemassen in Europa haben dann alle Plaene zunichte gemacht. Frauchens Besuch ist immer noch nicht da.  Stollen konnte sie auch nicht backen, weil sie keine Hilfe hatte.
Sie rennt nur geschaeftig durch die Gegend und versucht genuegend Ware in die Supermaerkte zu bringen.
Was sie alleine auch nicht so schnell bewaeltigen kann. Wir muessen doch aber davon leben und jetzt ist die Zeit  wo viel gekauft wird.

In den Geschaeften hat sie nur jeweils ein kleines Regal das sie nutzen kann
Sie kann froh sein wenn sie ueberhaupt etwas verkaufen darf. Die Grosslieferanten zahlen dem Geschaeftsbesitzer zusaetzlich eine anstaendige Summe damit ihre Regale nur fuer ihre Produkte frei bleiben.
Auch hier ist es so das die "Suessesten Fruechte" nur von den " Grossen Tieren" gefressen werden.
Die Grosslieferanten sind auch gleichzeitig die Importeure die uns hier im Dritte Welt Land den Muell der Ersten Welt um die Ohren hauen.
Produkte die man auf dem kontrollierten Markt im strengen Europa nicht verkaufen darf  kann man ganz gut an ahnungslose Inselaffen, die weit genug weg sind, verkaufen.

Frauchen schimpft ganz schoen ueber den Mist der oft hier angeboten wird.

Goss sei Dank hat sie sich im Laufe der Jahre mit ihren Qualitaetsprodukten einen guten Ruf gemacht. Leute die sich gesund ernaehren kaufen unsere Milchprodukte.

Ich mochte doch mal zu gerne das viel gepriesene Joghurt probieren.
Mal sehen ob ich ihr irgendwann etwas abschmeicheln kann.
Eine weiterer Leckerbissen ist fuer uns alles was mit Obst zu tun hat. Wenn Frauchen ihren Bananen Schokoladenkuchen backt gibt es hinterher fuer uns die ganzen Schalen zu essen. Das ist prima die mag ich. Ebenso freue ich mich auf die Mango Zeit.
Bald ist es wieder so weit, die Trockenzeit beginnt und dann reifen auch wieder verschiedene Fruechte.
Wenn erst einmal Weihnachten und Karneval vorbei ist geht es ganz schnell.

Donnerstag, 9. Dezember 2010

was wir uns zu Weihnachten wuenschen aber man kann nicht alles haben...

Nun wird es aber langsam Zeit. Ganz lange habe ich nichts mehr erzaehlt. Frauchen war auch ganz schoen beschaeftigt und hat sich wenig mit mir befasst. Mir wurde es schon ganz schummrig. Sie wird doch nicht wie all die anderen Farmer in T&T werden ?!
Mir war natuerlich bisher nicht ganz klar  wie alleine sie oft ist . Ziegen koennen nicht immer einem Menschen den Partner ersetzen.
Es war sehr schoen fuer Frauchen eine gute Freundin als Gast zu haben. Keiner Ihrer Familie, die sie noch in Deutschland hat, kommt sie besuchen.
Mehr als 12 Jahre hatten die beiden sich nicht gesehen. Da gab es viel zu erzaehlen.

Weil wir uns, ich spreche von meinen Kumpels und mir, sehr vernachlaessigt gefuehlt haben mussten wir doch irgend etwas unternehmen.
Hinterher habe ich eingesehen das es wohl nicht so ganz richtig war aber es ist nun mal passiert.
Wie jeden Morgen haben wir Jungs unsere Runden gedreht. Immer um die Boxen der Maedels herum. Das weitere Umfeld interessiert uns zur Zeit nicht.
Die riechen auch zu gut und jeden Tag macht eine andere auf sich aufmerksam mit Gemeckere und Geschrei. Mansche sind so laut wenn sie heiss sind, dass sogar mir die Schreierei auf die Nerven geht.

Als ich da so taendele am morgen, sehe ich doch die alte Rhea ebenso draussen ihre Runden drehen.
Frauchen hat am Abend vergessen den Strick um die Tuer zu binden. Den Riegel haben wir schon lange kaputt gemacht.
Nun gabs es nur noch eins " Auf sie drauf ". Natuerlich haben die drei anderen sie fast gleichzeitig mit mir entdeckt. Jeder wollte nun der erste sein und mein lautes Gebruell hat sie nicht abgeschreckt.
Das arme alte Maedel hatte aber kein Interesse am Sex, rannte also nur weg und wir alle hinter ihr her.
Manu der Schwerenoeter hat es sogar geschafft  ueber den Zaun zu hechten.
Frauchen haelt uns beide am morgen getrennt weil er so gerne boxt. Er hat aber keine Hoerner und ist jedes mal noch unseren Zusammenstoessen blutig am Kopf.
Warum laesst er mich auch nicht in Ruhe !
Wie gesagt alle hinter Rhea her und jeder von uns versucht sie zu bespringen. Wir haben es dann geschafft sie auf die Erde zu schmeissen und sie konnte nicht mehr aufstehen.
Der junge Helfer wusste nicht was er machen sollte und hat nur hilflos nach Frauchen gerufen.
Nun kommt Frauchen ins Spiel . Einer nach dem anderen wurde abgefuehrt. Gut das es keine Klauenschellen gibt. Die haette sie uns sicher verpasst.
Manu war wie ein Stein, nicht von der Stelle zu bewegen und hat immer noch versucht mit seinen Fuessen Rhea zum aufstehen zu bringen.  Jetzt wurde Frauchen richtig boese und hat uns laut angeschrieen.
Das alte Maedchen hatte in der Zwischenzeit die Hoerner am Boden im Gestruepp verhangelt und konnte nicht mehr alleine hoch kommen. Sie lag da wie tot, mit verdrehten Augen.
Zur Strafe mussten wir vier sofort in unsere Boxen. Gott sei Dank gab es trotzdem was richtiges zu essen. Brot und Wasser haette uns sicher nicht gefallen.
Die alte Ziegenmutti hat sich schnell wieder erholt und ich musste versprechen so etwas nicht mehr zu machen.

                                           Meine Schwester Luca.

Ob ich das Versprechen wohl halten kann ?
Frauchens Freundin ist wieder abgereist und wir freuen uns auf die Nachweihnachtszeit.
Hoffentlich laesst sie uns dann das tun was wir am liebsten tun. Dafuer sind wir doch da !
Soll denn die ganze Sprueherei des Urins umsonst sein. Was soll der Duft wenn wir die Maedels nur aus der Ferne sehen.
Naja, wenigsten bekommen wir von Frauchen wieder unsere Streicheleinheiten.

Sonntag, 31. Oktober 2010

was es nicht alles gibt, oder warum sind die Menschen so.......

Wir haben hier in Tobago ein grosses Problem. Eventuell ist es ja in anderen Laendern auch nicht einfach. Hier auf der Insel sind wir aber was die Arbeits- un - willigkeit anbelangt die Spitzenreiter.
Das hoere ich von Frauchen wenn sie alles alleine machen muss.

Im Laufe der Jahre waren immer mal wieder Leute aus Europa hier, sogenannte Volontaere. Schon in der kurzen Zeitspanne meines Lebens hier auf der Farm hat sich da einiges getan.
Frauchen hat sich ein Programm ausgedacht, damit sie in arbeitsreichen Zeiten oder wenn die hier angestellten Helfer mal wieder keine Lust zu arbeiten haben, Hilfe hat.
Eigentlich eine schoene Idee. Personen die Moeglichkeit zu geben in einem fremden Land Erfahrungen anderer Art zu sammeln. Als Tourist erlebt man sicher alles ganz anders und die Erlebnisse, die man hat, haben mit dem wirklichen Leben vor Ort nichts zu tun.

Das Programm heisst Mitarbeit auf der Farm als Gegenleistung fuer freie Unterkunft und Teilverpflegung !
Die Arbeitszeiten und andere Regelungen werden vor Antritt der Reise genauesten mitgeteilt.
Dazu kommt das jemand der Interesse hat auch richtig viel lernen kann.
Nirgendwo auf der Welt bekommt man so etwas umsonst. Hier ist es bisher kostenlos. Wir ueberlegen aber ganz ernsthaft, Frauchen und ich natuerlich, das nicht mehr zu machen.
                                    "Ganz nach dem Motto, was nichts kostet ist auch nichts"
Dazu kommt noch das Problem, jeder hat eine andere Vorstellung vom Landleben.
Alle die ankommen ( Ausnahmen bestaetigen die Regel ) werden aber gleich nach Ankunft von einem Virus befallen. Der Virus heisst " Sonne, Sand, Meer, Party und Rum.
Vergessen sind die guten Vorsaetze, helfen zu wollen, etwas zu bewirken usw. Es juckt das Hinterteil und die "Beach Bumps" freuen sich.
Nun kommt Unzufriedenheit auf. Ganz schlimm wird es wenn mehrere Personen gleichzeitig hier arbeiten. Der eine steckt den anderen an. Frauchen ist dann das groesste Uebel. Ploetzlich wird sie mit Titeln belegt wie Sklaventreiber, Ausbeuter usw. Das Wort Teilverpflegung wird zur Vollverpflegung.
Es wird bestimmt wieviel und was sie einkaufen muss. 
Die Arbeitsleistungen der einzelnen stehen nicht mehr im Verhaeltniss zu  Unterkunft und Verpflegung.
Dabei ist alles ein einfaches Rechenexampel.
Nicht zu vergessen, Frauchen waescht auch noch die Waesche der netten Menschen und Waschpulver kauft auch keiner. Alles ist fast wie zuhause wo eventuell Muttern alles macht.

Ich schaue mir das aus der Ferne an und sehe auch so mansche Traene in Frauchens Augen.
Zudem muss ich mir von ihr auch noch die Geschichten anhoeren, wenn so ein netter Mitbewohner sie auf irgendwelchen Internetseiten schlecht macht. 
Noch ein Grund mehr fuer mich, meine Erlebnisse nun genauestens zu berichten. 
Die Menschen nennen das .   Die Rache des "Kleinen Mannes"

Dazu fallen mir dann auch gleich  einige Namen und Vorkommnisse aus juengster Vergangenheit ein. Ich bin ja nett und schreibe mal nur die Vornamen.

Zuerst einmal K. aus Berlin. Schriftlich hat er sich als netter Herr aelteren Jahrganges vorgestellt.
Bekannt wurde er hier als --"Ekel Klaus" -- Nach drei Tagen hat er Frauchen schon boese beschimpft.
Wohl gemerkt sie hat ihn nicht und in keinster Weise irgendwie angegriffen. Ihm hat nicht gepasst wie sie Geschirr spuelt, das sie eine kleine  Katze hat die manschmal durch die Wohnung tobt usw..
Er hat sie mit dem Schimpfwort Schlampe betitelt, weil sie eine andere Vorstellung von Hygiene hat und nicht jedes Besteckteil das sauber aus der Schublade kommt, vorher noch einmal abspuelt. Das Hundefutter, frisches gekochtes Fleischgericht mit Reis, steht im gleichen Kuehlschrank wie das Menschenfutter und vieles mehr.
Kein Tag verging ohne seine dummen Kommentare. Den Vogel hat er dann abgeschossen  als er bestimmen wollte wie lange und wann er arbeitet.
Woertlich : Solange ich Nachts nicht schlafen kann weil deine Katze oben tobt, werde ich nur noch bis 12 Uhr mittags arbeiten. Er hat  am Tag ca. 3 Liter Coca Cola getrunken, hat mir Frauchen erzaehlt und meinte dazu nur, ich trinke die Cola ja tagsueber und nicht abends. So dumm muss man sein, sogar ich weiss das diese Menge  Cola mindestens so viel Coffein hat wie 20 Tassen Kaffe oder noch mehr.
Daraufhin musste er die Farm verlassen. Was er dann auch nur unwillig getan hat, nachdem Frauchen mit der Polizei gedroht hat. Wir  waren froh diesen Miesepeter los zu sein.
Genug fuer heute mit den schlimmen Geschichten.
Erfreuliches gibt es natuerlich auch zu berichten. Helfende Besucher die sehr nett waren und vor allem uns Ziegen gut behandelt haben.
Da faellt mir gleich Flo ein, ein Helfer aus der Schweiz. Der hatte so einen Bart wie Jesus und einen Pferdeschwanz. Was hat der sich abgerackert um Futter fuer uns zu finden. Er war 5 Monate hier und Frauchen gut geholfen die mal wieder alleine war.
Sicher faellt mir noch einiges mehr ein, wenn ich gut ueberlege. Ich werde spaeter mehr davon erzaehlen.